Zebras Streifen

November 25, 2008

Datenschutz?

Gespeichert unter: dies und das — Schlagworte: — daszebra @ 11:20

Datenschutz ist in aller Munde und allen Medien. Ein Skandal jagt den nächsten. Daten werden auf Vorrat gespeichert, illegal verkauft, leichtsinnig preisgegeben und zur Terrorbekämpfung gesammelt. Es gibt gesetzliche Beschränkungen, die verbieten, dass Daten erhoben, weitergegeben oder gespeichert werden. Es gibt Datenschutzbeauftragte, die das ganze überwachen sollen. Und es gibt Menschen, die das schlicht nicht interessiert und die ihre Daten in diverse Internetforen stellen oder für zweifelhafte Rabattkarten bereitwillig preisgeben.

Wo liegt der Fehler? Beim Staat, der seine Bürger ausspähen oder sie vor ihren bösen Mitmenschen schützen will? Bei den privaten Konzernen, die um des schnöden Mammons willen, den braven Bürger zum gläsernen machen? Beim mündigen, aber blöden blauäugigen Bürger, der leichtfertig auch die intimsten Daten preisgibt?

Und wie kann man Datenschutz sicherstellen? Mit mehr Gesetzen? Stärkerer Kontrolle? Mehr Datenschutzbeauftragten?

Das Zebra glaubt, dass der ganze Ansatz falsch ist. Wenn Daten da sind, werden sie früher oder später auch bekannt werden. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er neugierig ist und Unbekanntes entdecken will. Den Hinweis auf Geocaching verkneift sich das Zebra jetzt. Jedenfalls werden Daten, so sie existieren, früher oder später bekannt. Und sie werden genutzt.

Die Idee, dass die Guten also der Staat, die Daten kontrolliert, klingt erst mal gut. Aber der Staat, sollte ja nur tun, was unbedingt notwendig ist. Also könnten doch die guten Unternehmen, die die Daten ja nur zum Wohle ihrer Kunden nutzen möchten, gleich selber kontrollieren. Ein sehr löblich liberaler Ansatz. Das Problem ist nur, dass Daten sich, wie bereits oben behauptet und in der Realität immer wieder nachgewiesen, nicht kontrollieren lassen. Sie sind einfach da, werden bekannt und dann auch benutzt – wozu auch immer. Jeglicher Versuch Daten zu kontrollieren oder den Zugriff auf sie zu beschränken, scheitert an der Natur des Menschen und wird daher früher oder später sabotiert.

Warum müssen Daten überhaupt geschützt werden?

Daten oder Informationen an sich sind doch nicht böse oder gefährlich. Daten haben zwei kritische Aspekte. Der eine betrifft die Frage, wer die Daten hat. Der andere betrifft die Frage, was man mit den Daten macht.

Der erste Aspekt lässt sich mit dem Sprichwort „Wissen ist Macht“ beschreiben. Es geht dabei gar nicht so sehr um die Daten als solche. Sondern es geht in erster Linie darum, Daten zu haben, die andere nicht haben. Der Wissensvorsprung ist die Macht. Das Interesse ist hier also, möglichst viele Daten zu sammeln und möglichst niemand anderem die Daten verfügbar zu machen. Hier zeigt sich das Dilemma des Datenschutzes. Einerseits soll das Sammeln von Daten – natürlich nur für gute, staatstragende Zwecke, legalisiert werden. Andererseits sollen die so erhobenen Daten natürlich niemandem sonst zugänglich gemacht werden – Datenschutz eben. Gerade das funktioniert natürlich nicht. Erstens kriegen diejenigen, denen die Daten aus – welchen Gründen auch immer – vorenthalten werden sollen, sie dennoch raus. Und zweitens kann niemand dafür garantieren, dass die datenerhebenden Stellen, so staatstragend und gut sie auch sein mögen, die Daten nicht doch für nichtvorgesehene – meistens dann auch nicht staatstragende und gute – Zwecke missbrauchen. Auch hierfür gibt es so zahlreiche bedauerliche Einzelfälle, dass sich daraus leicht eine Regel ableiten lässt.

Bleibt der zweite Aspekt. Was wird mit den Daten gemacht. Der Zweck, zu dem erhobene Daten genutzt werden dürfen wird üblicherweise genau festgelegt. Das führt häufig sogar zu Unverständnis, wenn nämlich Daten vorliegen, die aber nicht benutzt werden dürfen, z.B. die Verkehrsdaten der LKW-Maut, die nicht zur Strafverfolgung genutzt werden dürfen. Hier taucht das gleiche Problem wie oben auf. Einerseits werden Daten, die vorhanden sind, früher oder später auch genutzt. Zweitens macht Datenschutz sich angreifbar und unglaubwürdig, wenn er verhindert, dass vorhandene Daten nicht zu allgemein akzeptierten Zwecken benutzt werden können.

Das Zebra glaubt daher, dass das bisherige Datenschutzkonzept, wonach Daten nur eingeschränkt und kontrolliert erhoben, genutzt und weitergegeben dürfen, prinzipiell nicht funktionieren kann.

Aber was ist die Alternative?

Das Zebra denkt darüber nach, ob Daten nicht generell freigeben und für alle Verfügbar gemacht werden sollten – alle Daten, auch persönliche. Der erste kritische Aspekt der Daten, der Wissensvorsprung, wäre damit obsolet. Jeder könnte alles Wissen bzw. sich alles Wissen verschaffen. Der zweite, die Datennutzung betreffende Aspekt würde sich nicht verändern. Aber die Diskussion würde sich dann nicht mehr um den Datenschutz drehen, sondern nur noch um die Frage von richtig oder falsch, die Frage der rechtlichen Relevanz eines Datums oder einer Information. Die Information lässt sich nicht ignorieren oder verheimlichen. Es lässt sich allenfalls ein Konsens darüber erreichen, welche Relevanz die Information für eine bestimmte Entscheidung hat und ob diese Entscheidung in die eine oder die andere Richtung getroffen werden soll.

Diese ganzen Überlegungen sind sehr abstrakt. Das Zebra diskutiert das gern auch an praktischen Beispielen. Aber es ist – jedenfalls zur Zeit – überzeugt, dass Datenschutz nicht funktionieren kann.

November 8, 2008

Des Zebras erster Cache

Gespeichert unter: Geocaching — Schlagworte: , , — daszebra @ 8:00

Das Zebra hat seinen ersten Cache gehoben.

Das Geocaching-Fieber hat das Zebra gepackt. Nach dem Lesen eines Artikels über Geocaching in irgendeiner Tageszeitung, wußte es, dass es ein neues Hobby gefunden hatte. Geocaching ist die ideale Kombination aus Schwelgen in Kindheitserinnerungen an Schnitzeljagden, Indiana-Jones-Abenteuerphantasien und ein bisschen Bewegung für die persönliche Fitness. Außerdem hat es etwas mit Männerspielzeug zu tun, weil das Zebra sich ja zuerst mal ein GPS-Gerät kaufen musste. Es schleppt nun ständig einen Oregon 300 mit sich herum, um zu überprüfen, ob das Teil auch genau die Stelle anzeigt, von der das Zebra weiß, dass es sich da gerade befindet.

Aus Gründen der Selbstmotivation – die bei einem ersten Misserfolg stark gelitten hätte – und um die Anschaffung des teuren GPS-Gerätes nicht in Frage stellen zu müssen, suchte sich das Zebra als erste Aufgabe einen einfachen Traditional in seiner Nähe aus. Den Gedenkstein im Weißer Rheinbogen kannte das Zebra nämlich schon. Aber statt jetzt da hin zugehen und die Suche dort zu beginnen, startete das Zebra zu Hause. Schummeln ist schließlich doof. Bloß blöd, dass das GPS-Gerät, anders als das Navigationsgerät im Auto, einem nicht einfach den schnellsten Weg zum Ziel lotst. Stattdessen zeigt es die aktuelle Position auf der Karte an und eine Peillinie zum Ziel. Außerdem zeigt es die Entfernung zum Ziel an. Nur ist die angezeigte Entfernung, die Entfernung in Bezug auf die Peil- also die Luftlinie. Es ist daher notwendig, sich auf der Karte, die auf dem Mini-Bildschirm des GPS-Geräts angezeigt wird, einen geeigneten Weg möglichst dicht entlang der Peillinie zu suchen. Da dies auf dem kleinen Bildschirm nicht so ganz einfach ist, das Zebra die Gegend ja eigentlich ganz gut kennt und überhaupt für einfache Lösungen ist, beschloss es, die letzten 200 Meter einfach querfeldein zu gehen. Nun ja… Querfeldein bedeutete in diesem Fall brusthohes Dornengestrüpp, gefolgt von einem verschlammtem Reitweg. Aber man wächst ja mit seinen Aufgaben und überhaupt ist ein Abenteuer ohne Kratzer und Dreck auch gar kein richtiges Abenteuer. Als der Oregon dann endlich piepsender Weise signalisierte, dass das Ziel erreicht sei, stellte das Zebra fest, dass so ein GPS-Gerät einen Ort nur mit einer Abweichung von bis zu mehreren Metern anzeigt. Nun sind ein paar Meter in einem Wald, wenn man einen versteckten Cache in der Größe einer Tupperdose sucht, immer noch eine ziemliche Herausforderung. Da hilft nur sich zu überlegen, wo man selber einen Cache verstecken würde – und die „Additional Hints“ zu lesen. Das Erfolgserlebnis, wenn man ihn dann entdeckt und gehoben hat, ist jedenfalls jede Anstrengung vorher wert. Es ist wie bei einem Überraschungsei. Man weiss vorher, dass nichts wertvolles oder nützliches drin ist, aber man ist trotzdem immer wieder neugierig und freut sich wie ein kleines Kind, wenn man es aufgemacht und das Spielzeug zusammengesetzt hat. Das Zebra hat in seinem ersten Cache zudem gleich einen Travel Bug gefunden. Das war in diesem Fall eine kleine Walrobbe aus Stoff, die mit einer Metallplakette versehen ist. Auf der Metallplakette ist eine Nummer eingraviert, an Hand derer der Weg des Travel Bug von Cache zu Cache im Internet verfolgt werden kann. Das Zebra hat Walrob daher mitgenommen, um ihn demnächst wieder am Wasser auszusetzen. Das ist aber eine neue Geschichte. Jedenfalls hat das Zebra sich dann im Logbuch des Caches eingetragen und bedankt, hat seinen Oregon ausgeschaltet, ist die paar Meter zum Fuß- und Radweg gegangen und dann – ohne sich wieder die Schuhe dreckig zu machen oder die Klamotten zu zerreißen – gemütlich und zufrieden nach Hause getrabt.

Walrob am Rhein im Weißer Rheinbogen

Walrob am Rhein im Weißer Rheinbogen

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